Die 10 besten Remakes, die ihr spielen solltet

Die 10 besten Remakes, die ihr spielen solltet

Sandro Kreitlow

Remakes sind immer ein riskantes Spiel mit der Nostalgie. Nichtsdestotrotz erscheinen mehr und mehr von ihnen. Wir haben die besten für euch zusammengetragen.

Zu Beginn müssen wir erstmal klären, wie sich Remakes genau definieren. Während Remaster-Versionen von Spielen lediglich das Ursprungs-Spiel technisch optimieren und oftmals auf neue Plattformen portieren, wird ein Remake komplett neu entwickelt. Das bedeutet, dass alles, was man in einem Remake sieht, aus neuen Inhalten besteht. Durch ein Remake wird in der Regel nicht nur die Grafik eines Games verändert, sondern auch wesentliche Inhalte. Die Story, der Level-Aufbau und Gameplay-Mechaniken sind entweder nur ähnlich oder sogar völlig neu entstanden. Nicht jedes von ihnen gelingt. Zuletzt ging die unfertige Veröffentlichung des XIII -Remakes völlig nach hinten los. Unter den vielen Remakes finden sich allerdings auch sehr gute, die entweder alte Fans glücklich machen und/oder aber sogar neue Spieler:innen erreichen konnten.

Shadow of the Colossus

Allen voran wäre da Shadow of the Colossus, das schon 2005 auf der PlayStation 2 ein ganz besonderes Spiel war, aber damals noch unter technischen Limitierungen litt. Spätestens im Kampf gegen den letzten Koloss fiel die Framerate auch mal auf 15 Bildern pro Sekunde. Von technischen Problemen wie diesen ist im Remake von 2019 nichts mehr zu sehen. Das Studio Bluepoint Games hatte sich zuvor schon um Portierungen der beiden God of War-Teile und der Ico & Shadow of the Colossus Collection für die PlayStation 3 gekümmert. Für die PlayStation 4 durften sie Shadow of the Colossus gleich richtig remaken. Und das ist gar nicht so einfach, bedenkt man doch die einzigartige Atmosphäre voller Einsamkeit und Melancholie, während man 16 Kolosse finden und besiegen muss, einzig und allein mit der Hoffnung, das Leben der Geliebten retten zu können. Das Shadow of the Colossus-Remake von 2018 trifft all diese Töne perfekt.

Demon’s Souls

Bleiben wir bei Bluepoint Games, die den ersten PlayStation-5-exklusiven Titel in Form eines Remakes entwickelten. 2009 erschien der erste Titel der sogenannten Soulsbourne-Spiele. Urvater dieses Genres war Demon’s Souls, ein wahrer Meilenstein der Videospiel-Geschichte, der nicht nur Rollenspiele, sondern auch Reihen wie Assassin’s Creed veränderte, die sich vermehrt an das ausgezeichnete Kampfsystem von Spielen wie eben Demon’s Souls, Dark Souls, Bloodborne und Co. orientieren. Ursprünglich auf PlayStation 3 erschienen, ist das Original heute allerdings nicht allzu gut gealtert. Zu verwaschen die Optik, zu sperrig wirken einzelne Gameplay-Mechaniken heute. Doch da der ursprüngliche Entwickler From Software gemeinsam mit Game of Thrones-Gründer George R.R. Martin an Elden Ring werkelt, entwickelten das Remake stattdessen Bluepoint Games. Umso bemerkenswerter, was daraus wurde. Denn zwar ist spielerisch grundlegend das meiste gleichgeblieben, dafür wurde das Spiel optisch in die heutige Zeit gebracht. Tolle Lichtstimmungen, grafische Details, ein besseres Trefferfeedback, der Fotomodus sowie ein ordentlicher Charakter-Editor-Modus machen Demon’s Souls zu einem der besten Remakes aller Zeiten.

Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2

Das PlayStation-1-Original von Tony Hawk’s Pro Skater 2 ist laut Metacritic auf Platz 2 der besten Spiele aller Zeiten. Die Messlatte für ein zufriedenstellendes Remake könnte also kaum höher sein. Nach unzähligen misslungenen Experimenten wie Tony Hawk: Shred und der Katastrophe namens Tony Hawk’s Pro Skater 5 hatte man jeden Grund zur Sorge. Doch Vicarious Visions, die sich schon seit 1996 der Entwicklung und Portierung von Videospielen widmen, haben es geschafft, den Spielspaß der Reihe zurückzubringen. Das Remake zu den ersten beiden Teilen sieht nur nicht den heutigen Standards entsprechend aus, sondern enthält auch neben nahezu allen Tracks von damals (z.B. “Superman” von Goldfinger) neue Musikstücke, die sich ebenso gut eingliedern. Neben den alten Skatern wie Chad Muska und Bob Burnquist kann man auch mit aktuellen Pro Skater:innen wie Leticia Bufoni oder Tony Hawks Sohn Riley skaten. Die Magie von damals kommt zu 100 Prozent rüber.

Final Fantasy VII Remake

Eines der spannendsten Remakes aller Zeiten ist wohl das Final Fantasy VII Remake. Als bekannt wurde, dass dieses Spiel nicht das ganze PS1-Original von 1997 widerspiegeln würde, sondern nur einen Teil dessen, waren Fans vorerst skeptisch. Doch das Ergebnis dürfte sie eines Besseren belehrt und ihre Herzen berührt haben. Denn das FF7 Remake geht so liebevoll mit der Geschichte und den Charakteren um, dass man schon ganz gespannt auf die kommenden Teile blicken kann. Und diese könnten einen ganz anderen Weg gehen als das Original. Denn Final Fantasy VII Remake könnte in der Nachbetrachtung nicht nur ein sehr gutes Remake sein, sondern auch der Startschuss für eine völlig neue Erzählung. Richtung Ende überrascht das FF7 Remake nämlich mit neuen Inhalten und Änderungen, die zukünftig einen völlig neuen Story-Verlauf offenbaren könnten. Wir sind gespannt!

Resident Evil 2

Als das erste Resident Evil 1996 für die PlayStation 1 erschien, stellte es nicht nur das Horror-Genre, sondern auch die gesamte Spielebranche auf den Kopf. Zwei Jahre später erschien die Fortsetzung, 2019 dessen Remake. Eine Eins-zu-eins-Umsetzung wäre nahezu unmöglich gewesen, da jegliche Gameplay-Elemente wie die Panzer-Steuerung sehr schlecht gealtert sind. Stattdessen schafft das Remake von Resident Evil 2 das, was bei einer Neuauflage von sehr alten Spielen immer schwer ist: Es bandelt mit neuen Spieler:innen an, ohne dabei neuen Spieler:innen vor den Kopf zu stoßen. Es gibt einschneidende Veränderungen, wie die Third-Person-Kamera, einzelne Handlungsverläufe oder gar Figuren, und trotzdem haben die Entwickler es verstanden, den Kern des Originals zu konservieren. Das Remake ist nicht das, was sich Fans des Klassikers mit rosaroter Brille in ihren Erinnerungen immer ausgemalt haben. Es ist das, was sie sich damals nie zu träumen gewagt hätten. Resident Evil 2 verbeugt sich vor seinen Ursprüngen, ist aber trotzdem mutig genug, anders zu sein.

The Legend Of Zelda: Link's Awakening

Das Original selbst ist wahnsinnig gut gealtert. Man merkt nur selten, dass Link's Awakening bereits 26 Jahre auf dem Buckel hat. Die liebevoll gestaltete Welt mit ihren skurrilen Bewohnern zieht einen schnell in den Bann. Die Dungeons machen dank des angenehmen Schwierigkeitsgrads enorm viel Spaß und wem das noch nicht reicht, der hat daneben noch eine ganze Menge anderer Tätigkeiten, denen er/sie sich widmen kann. Am reizvollsten ist wohl die Suche nach den Herzteilen, mit denen man seine Energieleiste erhöht. Aber auch nach Muscheln sollte man Ausschau halten, denn die lassen sich gegen wertvolle Schätze eintauschen. Und so gibt es neben der eigentlichen Hauptgeschichte noch unzählige Nebenaufgaben zu erledigen. Sollte man das Original noch nie gespielt haben, ist das Remake ein Muss. Aber auch Fans kommen auf ihre Kosten und bekommen hier ein Spiel, das Nostalgie und heutige Standards miteinander kombiniert.

Ratchet & Clank

Streng genommen ist Ratchet & Clank von 2016 sogar mehr als ein normales Remake. Passend zum Animationsfilm haben sich die Entwickler eine Neuauflage des allerersten Teils vorgenommen. Was daraus wurde, ist allerdings ein Spiel voller neuer Elemente: Die Levels des Originals wurden erweitert, aber auch an allen anderen Ecken und Enden wurden neue Spielinhalte eingefügt. Egal ob man das PlayStation-2-Original schon spielte, oder ob man mit Ratchet & Clank bisher kein Abenteuer erlebt hat: Hier bekommt man reichlich gute Laune, spannende Abenteuer und liebevolle Charaktere geboten.

Crash Bandicoot N.Sane Trilogy

Nach gut 20 Jahren nach seiner PlayStation-1-Premiere kehrte der verrückte Beuteldachs zurück auf die Bildschirmfläche. Gleich alle drei Teile wurden in ein tolles Remake gepackt, das keine Wünsche offenlässt. Der knackige Schwierigkeitsgrad wurde beibehalten, die lustigen Animationen wurden toll adaptiert und erweitert. Man braucht definitiv Durchhaltevermögen, aber sobald man die jeweilige frustrierende Stelle geschafft hat, fühlt es sich wahnsinnig belohnend und erleichternd an. Ja, die Crash Bandicoot N.Sane Trilogy war glücklicherweise so gut und erfolgreich, dass sogar ein neuer, vierter Teil folgte.

Metroid: Samus Returns

Kaum eine Reihe ist wohl prestigereicher als die Metroid-Reihe. Gigantische, frei begehbare Karten, ausgeklügeltes Level-Design und eingängige Jump’n’Shooter-Mechaniken - all das zeichnete die früheren Metroid-Ableger aus. Gar so sehr, dass die Kopfgeldjägerin Samus Aran mit der Castlevania-Reihe zu einem elementaren Mitbegründer eines ganzen Genres wurde: den Metroidvania. Die Messlatte für ein Remake ist also hoch. Ganze 13 Jahre waren vergangen, seit mit Zero Mission der letzte klassische 2D-Ableger der Reihe erschien. Die lange Wartezeit wurde mit einer fantastischen Neuinterpretation des GameBoy-Klassikers Metroid 2: Return of Samus für den Nintendo 3DS wett gemacht. Es gilt, wie schon damals, 40 Metroids zu erledigen. Im Vordergrund steht aber ohnehin das Gameplay, dessen Grundformel gleichbleibt: die Map erkunden, ballern, neue Fähigkeiten erlangen, Geheimgänge freischalten, Metroids erledigen, deren DNA abliefern, in die nächste Zone eindringen - und dann das gleiche Prozedere von vorn. Metroid: Samus Returns ist insgesamt eine tolle Neuinterpretation eines alten Spielgefühls mit toller 3D-Optik und gelungenem Leveldesign – sowohl für alte Fans, als auch neue Spieler:innen.

Half-Life: Black Mesa

Half-Life ist eine der einflussreichsten Marken der Videospiel-Geschichte. Valve veröffentlichte leider nie einen dritten Teil. Mit Half-Life: Alyx kehrte die Reihe zwar endlich wieder zurück, dafür allerdings nur für Spieler:innen, die sich eine VR-Brille leisten können. Wer trotzdem wieder ein Half-Life spielen möchte, dem sei die Fan-Mod Black Mesa empfohlen. Im Remake des ersten Teils wurde das Original-Spiel seit 2004 (!) in der Source-Engine nachgebaut. Drei Portierungen auf unterschiedliche Versionen der Engine verlangsamten die Entwicklung ebenso wie Verhandlungen mit Valve, die erst 2013 grünes Licht für eine kommerzielle Veröffentlichung des Remakes gegeben haben. Doch es wurde eben nicht nur eins zu eins nachgebaut. Zusätzlich biss sich das Team an der Neugestaltung von Xen die Zähne aus. Die Alien-Heimat wurde komplett neu konzipiert, womit das Finale des Spiels plötzlich ganz anders wirkt. Die Source-Engine wurde so weit ausgereizt, dass die Atmosphäre des Originals tatsächlich sehr gut eingefangen wurde. Dazu wurden die teilweise doch etwas sperrigen Levels des Originals an einigen Stellen ausgebaut, an anderen verschlankt, ohne den Geist der Vorlage zu vergessen. Nimmt man dann noch die deutlich bessere KI, das bessere Storytelling und eben das neue Finale auf Xen hinzu, fühlt sich Black Mesa wie ein Remake an, das das Original-Team wohl kaum besser hinbekommen hätte. Respekt für diesen Aufwand!


Welche Remakes zählen zu euren Favoriten? Schreibt uns gern in die Kommentare, welche Remakes eurer Meinung nach in dieser Liste fehlen.


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