Resident Evil Village – Der perfekte Mix aus Horror & Action?

Resident Evil Village – Der perfekte Mix aus Horror & Action?

Sandro Kreitlow

Mit Resident Evil Village, dem achten Hauptteil der Horror-Reihe, entwickelt sich die Reihe erneut weiter. Wie gut gelingt der Mix aus Horror und Action?

Als Resident Evil 1996 für die PlayStation 1 erschien, hatte es das Genre der Horror-Spiele revolutioniert. Survival-Horror war geboren, Titel wie Silent Hill oder Parasite Eve wären ohne RE vermutlich nie entwickelt worden. Nach unzähligen Ablegern und sieben Hauptteilen veröffentlicht Capcom nun Resident Evil Village. Die Serie pendelte über die Jahre zwischen Survival-Horror, Action-Adventure und Third-Person-Shooter hin und her. Mit Resident Evil Village erfindet sich die Reihe erneut ein Stück weit neu. Nicht nur, dass es in diesem Teil keine klassischen Zombies mehr sind, die euch das Leben zur Hölle machen. Auch wird die Geschichte erstmals als eine Art düsteres Märchen erzählt, in dem die größte Bedrohung aus Werwölfen und Vampiren besteht. Gruseliger Survival-Horror und fantastische Märchen-Elemente – passt das noch zueinander?

Der Grad zwischen Horror und Action-Bombast ist schmal. Nachdem ich einen Boss besiegt hatte, um einen Gegenstand zu bekommen, der mich voranbringen sollte, kehrte ich zum titelgebenden Dorf zurück. Da es inzwischen die vierte (und nicht letzte) Rückkehr ins Dorf ist, sollte ja alles beim Alten sein – dachte ich. Denn als ich meine Runden drehte, um zu sehen, ob neue Gegenstände zum Einsammeln rumliegen, bemerkte ich plötzlich ein paar schwarze Ziegen, die jetzt direkt vor dem Friedhof grasen. In keiner Zwischensequenz, in keinem einzigen Satz werden diese düsteren Ziegen angekündigt. Nicht in Jump Scares, sondern genau in solchen Momenten ist Resident Evil Village am gruseligsten, ehe ich mich wenige Stunden nach dieser Szene inmitten des wohl absurdesten, übertriebensten Bosskampfes befand, den es in der RE-Reihe wohl jemals gab.

Aber zurück zur Ausgangslage: Der erste ruhige Moment ereignet sich während eines Gesprächs zwischen Protagonist Ethan Winters und seiner Frau Mia. Nach den Geschehnissen in Resident Evil 7 sind sie nach Europa gezogen. Mit ihrer jungen Tochter Rose versuchen sie dort, endlich ein ruhiges Leben zu führen. Eines Abends versucht Ethan, die schrecklichen Ereignisse in Resident Evil 7 anzusprechen, um sie zu verarbeiten, ehe Chris Redfield - langjähriger Held der Reihe – auftaucht und anders als in RE7 nichts Gutes im Schilde hat. Ohne hier schon zu viel zu verraten: Nachdem Rose entführt wird, zieht es Ethan in ein scheinbar verlassenes Dorf mitten in Europa.

Während es in den zuletzt erschienenen Remakes zu Resident Evil 2 und 3 vor allem darum ging, Raum für Raum Gegenstände zu suchen, die notwendig sind, um einen Weg aus dem wahr gewordenen Albtraum zu finden, befindet ihr euch nun also gleich in einem ganzen Dorf. Was dann folgt, sind klassische Horror-Ereignisse, die es zuhauf schon in anderen Teilen zu bewältigen galt. Irgendwo findet sich immer ein Weg – selbst wenn Ethan halbe Körperteile verliert. Im Vorgänger war es bereits ähnlich. Zwar baut Village auf die Ego-Perspektive von Resident Evil 7 auf, um die Klaustrophobie des Protagonisten zu untermalen. Doch Ethan fühlt sich hier noch mächtiger an. Nicht nur hält er unglaublich viel aus, er hat auch selten Probleme mit Munition, die er entweder finden, herstellen oder sogar beim Händler namens Duke kaufen kann. Letzteres erlaubte nicht mal der wohl actionreichste Teil der Reihe, Resident Evil 4.

Gleichzeitig bietet Village einen deutlich größeren Spielraum als Resident Evil 7. Es erstreckt sich über weitaus mehr Gebiete als das Territorium der Baker-Familie. Damit einher geht auch, dass neue Areale eine ganz andere Atmosphäre und Stimmung bekommen als das jeweilige davor. Einige Bereiche sind unheimlich dunkel, andere geben durch das Tageslicht ein Gefühl von Sicherheit. Einige von ihnen sind linearer, während andere sehr viel mehr abverlangen, Rätsel zu lösen, um sich wie in einem Labyrinth aus Räumen hin- und- herzubewegen.

In jedem dieser Abschnitte kann sich das Blatt von Horror zu Action und wieder zurückwenden. Dadurch nutzt Capcom das Wissen der Spieler:innen über die Reihe, um sie zu überraschen und mit ihren Erwartungen zu spielen. Egal ob es sich um einen Bosskampf handelt, eine Anspielung auf Horrorfilme oder andere RE-Teile oder eben um ein gruseliges Detail wie die anfangs erwähnten, plötzlich erscheinenden Ziegen. Von all diesen Momenten lebt Resident Evil Village. Diese Momente sind es, die diesen Teil von Sekunde eins an niemals langweilig werden lassen. Ja, Munition mag selten bis nie knapp sein, doch auch die größte Feuerkraft und Anzahl an Sprengstoff bewahren nicht davor, den Puls auf Anschlag zu bringen, wenn man sich mit den heftigsten Feinden auf engstem Raum wiederfindet.

Fazit: Es ist ein Kunstwerk, den schmalen Grad zwischen Action und gruseligen Horror-Elementen erfolgreich hinzubekommen. Der Ton zwischen Horror und Action wechselt sogar so häufig, dass ihr niemals wisst, was als nächstes passiert. Resident Evil Village zeigt damit, dass es kein Action- ODER Horror-Spiel sein muss. Elemente BEIDER Genres dienen dazu, für ein intensives Spielerlebnis zu sorgen. Ob der Puls wegen des Horrors oder wegen der Action rast macht dann auch keinen Unterschied.

  

Welcher Resident Evil-Teil hat euch am besten gefallen? Sind es eher die Survival-Horror- oder aber eher die Action-lastigen Teile? Oder ist es so wie bei Resident Evil Village egal, Hauptsache es macht Spaß? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen!

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